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Glasfaser im Bestand: Branche fordert Kooperation statt Anschlusszwang im Mehrfamilienhaus

Der Glasfaserausbau in Mehrfamilienhäusern bleibt ein zentrales Handlungsfeld für Immobilienverwaltungen. Laut einer Studie der Nassauischen Heimstätte | Wohnstadt und der TKI mbh strebt die Mehrheit der Wohnungsunternehmen einen flächendeckenden Fiber to the Home (FTTH)-Ausbau bis 2035 an. Über 64 Prozent befinden sich bereits in der Umsetzungsphase, vor allem Neubauten werden konsequent angebunden.

Im Bestand zeigen sich jedoch erhebliche Hürden. Fehlende Baukapazitäten, akuter Fachkräftemangel, komplexe Genehmigungsverfahren sowie die anspruchsvolle Inhouse-Verkabelung bremsen Projekte. Hinzu kommen unklare regulatorische Vorgaben. Wirtschaftlich tragfähig sind aus Sicht vieler Unternehmen Baukosten von maximal 250 Euro bis 499 Euro netto pro Wohneinheit auf der Netzebene 4.

Parallel arbeitet das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung an Änderungen des Telekommunikationsgesetzes. Diskutiert wird ein „Recht auf Vollausbau“ bis in jede Wohnung. Eigentümer könnten ihre Zustimmung künftig nur aus Sachgründen verweigern. Ergänzend stehen Sanktionen sowie ein befristetes Zugangsverweigerungsrecht für Betreiber im Raum.

Die Wohnungswirtschaft lehnt regulatorischen Zwang ab und fordert stattdessen klare, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Zentrales Anliegen ist Open Access: Wettbewerb soll auf Dienstebene stattfinden, nicht durch kostenintensiven Überbau paralleler Netze.

Weitere Infos dazu finden Sie hier: https://www.nhw.de/newsroom/news/wohnungswirtschaft-als-schluesselakteur 

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Gasnetze werden zum Kostentreiber: Netzentgelte könnten bis 2045 auf 4.300 Euro steigen

Die Netzkosten für Gasanschlüsse stehen vor einem strukturellen Anstieg. Im kommenden Jahr sollen die Netzgebühren zunächst um rund zehn Prozent zulegen. Eine aktuelle Fraunhofer-Modellrechnung zeigt jedoch die langfristige Dimension: Für einen Drei-Personen-Haushalt könnten die jährlichen Gas-Netzgebühren bis 2045 auf bis zu 4.300 Euro steigen. Das entspräche in etwa dem Zehnfachen des heutigen Niveaus.

Treiber ist der geplante Rückzug vieler Kommunen aus der Gasinfrastruktur im Zuge der Wärmewende. Sinkt die Zahl der angeschlossenen Haushalte, verteilen sich Fixkosten auf weniger Netznutzer. In der Praxis entsteht eine Preisspirale, die unabhängig vom eigentlichen Gaspreis wirkt. Parallel steigen perspektivisch CO₂-Kosten, wodurch sich das Gesamtkostenbild für gasbasierte Wärmeerzeugung weiter verschärft.

Für die Immobilienverwaltung wird damit die Frage nach Investitionssicherheit zentral. Insbesondere in Beständen mit mittelfristig anstehenden Heizungserneuerungen nimmt das Risiko zu, dass Neuinvestitionen in Gastechnik schneller als erwartet unwirtschaftlich werden. Gleichzeitig planen viele Kommunen Alternativen wie Fernwärme. Doppelstrukturen dauerhaft zu finanzieren gilt als kaum tragfähig. Einzelne Städte haben bereits konkrete Ausstiegsdaten benannt, was die Notwendigkeit einer objektbezogenen Risikoanalyse erhöht.

Die Studie empfiehlt einen frühzeitigen, planbaren und schrittweisen Ausstieg, um Kosten zu dämpfen. Kritisch bewertet wird, dass ohne verbindliche Zeitpläne und mit kurzen Ankündigungsfristen die Steuerbarkeit sinkt. Für die Verwalterpraxis bedeutet das, Netzkosten- und Regulierungsrisiken konsequent in Wirtschaftlichkeitsrechnungen einzubeziehen.

Die Studie finden Sie hier: https://umweltinstitut.org/energie-und-klima/meldungen/mehrkosten-gasnetz-studie/ 

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