Archiv für Mai 2026

Aufstockung im Bestand: Baugrund wird zum Schlüssel für neue Wohnungen

Aufstockungen im Bestand gewinnen für den Wohnungsbau an Bedeutung. Sie nutzen vorhandene Grundstücke, bestehende Infrastruktur und bereits errichtete Gebäude. Damit können zusätzliche Wohnungen entstehen, ohne weitere Flächen zu versiegeln oder Bestandsgebäude vorschnell abzureißen. Gerade angesichts von Wohnraummangel, Klimaschutzanforderungen und knappen Ressourcen wird die Nachverdichtung zu einem strategischen Ansatz.

Die Umsetzung ist jedoch technisch anspruchsvoll. Bestandsgebäude wurden oft nach früheren Standards errichtet, Planunterlagen sind nicht immer vollständig vorhanden. Vor einer Aufstockung müssen deshalb Baukörper, Wandstärken, Baustoffe, Tragstruktur, Fundamente und Baugrund sorgfältig untersucht werden. Erst eine belastbare Bestandsanalyse zeigt, ob zusätzliche Lasten sicher aufgenommen werden können.

Eine besondere Rolle spielt der Baugrund. Reicht seine Tragfähigkeit nicht aus, kann eine Verstärkung erforderlich werden. Neben klassischen Eingriffen an Fundamenten gibt es minimalinvasive Verfahren, bei denen der Untergrund selbst verbessert wird. Dabei werden Kellerbereiche freigeräumt und kleine Bohrlöcher von rund 16 Millimeter Durchmesser in den Kellerboden gesetzt. Über spezielle Injektionspunkte wird ein Zwei-Komponenten-Harz unter Druck in den Boden eingebracht. Das Material härtet innerhalb weniger Sekunden aus, verklebt, verdichtet und versteift den Untergrund. Dadurch kann die Tragfähigkeit erhöht werden, ohne die Fundamente baulich zu verändern.

Für Wohnungsunternehmen und Immobilienverwaltungen ist der organisatorische Vorteil erheblich: Solche Maßnahmen können innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden, verursachen vergleichsweise wenig Lärm und Schmutz und ermöglichen es Mieterinnen und Mietern, während der Arbeiten in ihren Wohnungen zu bleiben. Im Anschluss kann die eigentliche Aufstockung vorbereitet oder umgesetzt werden.

Entscheidend ist die frühe Einbindung der richtigen Fachleute. Baugrundgutachter, Tragwerksplaner, Prüfingenieure, Architekten und ausführende Spezialunternehmen sollten bereits in der Planungsphase koordiniert werden. So lassen sich technische Risiken reduzieren, Kosten realistischer kalkulieren und Überraschungen im Projektverlauf vermeiden.

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Immobilienpreise starten mit moderatem Plus ins Jahr 2026

Die Immobilienpreise in Deutschland sind im ersten Quartal 2026 wieder gestiegen. Nach Angaben des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken legte der Immobilienpreisindex gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent zu. Wohnimmobilien verzeichneten mit 2,3 Prozent ein etwas stärkeres Plus als Büroimmobilien mit 1,9 Prozent und Einzelhandelsimmobilien mit 1,5 Prozent.

Innerhalb des Wohnsegments stiegen die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich um 2,2 Prozent. Damit setzt sich der moderate Aufwärtstrend fort, der bereits in den Vorquartalen sichtbar war.

Auch die Mietentwicklung bleibt für Immobilienverwaltungen und Bestandshalter relevant. Die Neuvertragsmieten im Wohnsegment stiegen deutschlandweit um drei Prozent. In den Top-7-Städten fiel der Anstieg mit durchschnittlich 2,4 Prozent niedriger aus. Hamburg lag mit 3,9 Prozent an der Spitze, Berlin mit 1,3 Prozent am unteren Ende der Metropolen.

Im gewerblichen Segment zeigten sich ebenfalls Zuwächse. Die Neuvertragsmieten für Büroobjekte stiegen um 2,8 Prozent, bei Handelsimmobilien um 1,5 Prozent. Die Methodik für gewerbliche Immobilien wurde im ersten Quartal angepasst. In die Auswertung fließen nun unter anderem Daten der Deutschen Bundesbank, der Transaktionsdatenbank und der Zentralen Marktdatenbank der Sparkassen-Finanzgruppe ein.

Für Experten in der Immobilienverwaltung liefert der Index wichtige Hinweise für Bewertung, Investitionsplanung, Portfoliostrategie und Kommunikation mit Eigentümern. Gleichzeitig bleiben Finanzierungskosten, Baukosten und geopolitische Risiken relevante Unsicherheitsfaktoren.

Für Immobilienverwaltungen ist die Entwicklung auch im Bestand relevant. Hohe Baukosten betreffen nicht nur Neubauprojekte, sondern auch Sanierungen, Instandsetzungen, Aufstockungen und Modernisierungen. Eigentümergemeinschaften benötigen belastbare Kostenprognosen, realistische Finanzierungsmodelle und klare Entscheidungsgrundlagen. Politische Maßnahmen gegen Baukosten wirken daher nur, wenn sie in der praktischen Umsetzung Planungs- und Rechtssicherheit schaffen.

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