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Bauwirtschaft mit Auftragsplus – Wohnungsneubau bleibt trotz Trendwende weit hinter Bedarf zurück

Sowohl Hoch- als auch Tiefbau verzeichneten zuletzt steigende Aufträge. Im Monatsvergleich legte der Hochbau um 7,2 Prozent zu, der Tiefbau sogar um 10,1 Prozent. Besonders der Wohnungsbau zeigte nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe eine spürbare Stabilisierung, mit einem Auftragsplus von rund zwölf Prozent im November. Der Branchenumsatz stieg in den ersten elf Monaten 2025 preisbereinigt um 2,1 Prozent auf rund 108 Milliarden Euro, die Beschäftigtenzahl wuchs um 1,3 Prozent. Gleichzeitig mahnt die Branche verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und ausreichende Investitionsmittel für Kommunen an.

Dem positiven Auftragsbild steht jedoch eine weiterhin dramatische Lage im Wohnungsneubau gegenüber. Seit dem Hochpunkt Ende 2022 ist die Zahl der Baustarts von Wohnprojekten bis Ende 2025 um 77 Prozent eingebrochen. Für 2026 werden nur noch rund 150.000 fertiggestellte Wohnungen erwartet – ein neuer Negativrekord. Um den Wohnraumbedarf zu decken, wären bis 2030 jährlich mehr als 400.000 neue Wohnungen erforderlich. Insgesamt fehlen in Deutschland derzeit rund 1,4 Millionen Wohnungen.

Branchenanalysten sprechen von einem endgültig erreichten Tiefpunkt, sehen aber erste Anzeichen einer Erholung. Projektentwickler beginnen wieder, Grundstücke zu erwerben, und bereiten neue Vorhaben vor. Dennoch bleibt der Bauüberhang hoch, da viele genehmigte Projekte noch nicht umgesetzt werden. Für 2026 wird daher von einem weiteren verlorenen Jahr für den Wohnungsbau gesprochen, bevor frühestens ab 2027 mit steigenden Fertigstellungen zu rechnen ist.

Unterm Strich zeigt sich ein ambivalentes Bild: Während die Bauwirtschaft insgesamt wieder mehr Aufträge erhält und Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung besteht, reicht die Dynamik im Wohnungsneubau bei weitem nicht aus, um die Wohnungsnot kurzfristig zu lindern. Ohne gezielte Impulse, schnellere Verfahren und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen droht der strukturelle Wohnungsmangel weiter zu wachsen.

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Wettbewerbsfähigkeit: Zentrale Standortnachteile Deutschlands im internationalen Vergleich

Ein zentrales Warnsignal sind die Unternehmensinvestitionen. Diese sind zuletzt rückläufig und entwickeln sich im Vergleich zu anderen G7-Staaten, China und Schweden schwächer. Parallel dazu liegt die effektive durchschnittliche Unternehmensbesteuerung in Deutschland weiterhin auf einem hohen Niveau. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland damit zu den Hochsteuerstandorten, was Investitionsanreize zusätzlich dämpft.

Auch die Kostenstruktur verschlechtert sich. Die Lohnstückkosten sind seit 2015 deutlich stärker gestiegen als im G7-Durchschnitt. Während steigende Löhne grundsätzlich Ausdruck wirtschaftlicher Stärke sein können, führen sie in Kombination mit schwacher Produktivitätsentwicklung zu einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere im industriellen Kernbereich.

Ein weiterer struktureller Nachteil sind die hohen Energiepreise. Deutschland weist im G7-Vergleich einen der höchsten Industriestrompreise auf. Für energieintensive Branchen stellt dies einen erheblichen Standortnachteil dar, der Investitionsentscheidungen und Produktionsverlagerungen beeinflussen kann.

Langfristig besonders problematisch ist der demografische Ausblick. Bis 2033 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Deutschland vergleichsweise stark schrumpfen. Damit drohen Fachkräfteengpässe, geringere Wachstumsimpulse und zusätzlicher Druck auf die sozialen Sicherungssysteme.

Auch die globale Bedeutung der deutschen Wirtschaft nimmt ab. Der Anteil Deutschlands an der weltweiten Wirtschaftsleistung ist seit 1995 deutlich zurückgegangen und hat sich nahezu halbiert. Während China seinen Anteil massiv ausbauen konnte, verliert Deutschland relativ an Gewicht innerhalb der Weltwirtschaft.

In der Gesamtschau verdeutlicht die Analyse: Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit wird nicht durch einen einzelnen Faktor geschwächt, sondern durch das Zusammenwirken mehrerer struktureller Belastungen. Hohe Steuer- und Energiekosten, steigende Lohnstückkosten, demografischer Wandel und rückläufige Investitionen verstärken sich gegenseitig. Vor diesem Hintergrund unterstreicht das Papier die Dringlichkeit wirtschaftspolitischer Reformen, um Standortbedingungen zu verbessern, Investitionen zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Die gesamte Auswertung dazu finden Sie hier: https://www.bundestag.de/resource/blob/1139336/vergleich-wettbewerbsfaehigkeit.pdf 

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