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Kabinettsumbau: Neue Köpfe in Kanzleramt, Gesundheit und Verkehr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannte am 29. Juli 2026 Nina Warken zur Bundesministerin für besondere Aufgaben und Chefin des Bundeskanzleramtes. Das Gesundheitsministerium übernimmt Carsten Linnemann, neuer Bundesverkehrsminister ist Steffen Bilger. Patrick Schnieder und der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei erhielten ihre Entlassungsurkunden. Zudem rückt Philipp Amthor als neuer Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen ins Kanzleramt auf und löst dort Michael Meister ab; bislang war er Parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. Auch im Sportressort gibt es einen prominenten Wechsel: Die frühere Fußball-Weltfußballerin Nadine Keßler wird neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt und folgt auf Christiane Schenderlein, die als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium wechselt.

Warken wechselt damit vom Gesundheitsressort an die zentrale Schaltstelle der Bundesregierung. Ihr Nachfolger Linnemann war bislang CDU-Generalsekretär. Auf ihn folgt Franziska Hoppermann, die der CDU-Bundesvorstand bereits zur neuen Generalsekretärin gewählt hat. Bilger, zuletzt Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, tritt im Verkehrsministerium die Nachfolge Schnieders an.

Auch in der Unionsfraktion ist die wichtigste Personalentscheidung gefallen: Die Abgeordneten von CDU und CSU wählten Thorsten Frei mit 91,9 Prozent der Stimmen zu ihrem neuen Vorsitzenden. Er folgt auf Jens Spahn.

Für Diskussionen sorgt der zeitliche Abstand zwischen Ernennung und Vereidigung. Warken, Linnemann und Bilger sollen den Amtseid erst am 9. September 2026 in der ersten Sitzungswoche des Bundestages nach der Sommerpause ablegen. Art. 64 Abs. 2 GG sieht vor, dass Bundesminister den Eid „bei der Amtsübernahme“ vor dem Bundestag leisten. Die Bundesregierung hält den späteren Termin für zulässig und begründet ihn damit, eine zusätzliche Sondersitzung während der Sommerpause vermeiden zu wollen. Steinmeier selbst äußerte bei der Ernennung diplomatisch formulierte Bedenken: Der Eid vor dem Bundestag habe besonderes Gewicht, weil er der parlamentarischen Verantwortlichkeit der Regierung Ausdruck verleihe – er nehme aber zur Kenntnis, dass die Minister ihn erst in der ersten Sitzung nach der Sommerpause ablegen würden.

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Trotz steigender Einkommen – Leistbarkeit von Wohneigentum stagniert

Damit setzt sich die Erholung nach dem Einbruch des Immobilienmarktes vorerst nicht fort. Seit Anfang 2025 bewegt sich der Index in einer engen Spanne zwischen 103 und 107 Punkten. Eine spürbare Verbesserung der Bedingungen für den Wohneigentumserwerb ist bislang ausgeblieben.

Der Referenzwert von 100 steht für eine Finanzierung, bei der eine typische vierköpfige Erwerberfamilie höchstens 35 Prozent ihres verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens für das Eigenheim aufbringen muss. Werte oberhalb von 100 bedeuten eine bessere, Werte darunter eine schlechtere Leistbarkeit.

Große regionale Unterschiede

Besonders angespannt bleibt die Situation in den großen Metropolen und ihrem Umland. Dort kann die Finanzierung eines Einfamilienhauses bis zu 43 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens beanspruchen. Unter den sieben größten Städten weist Stuttgart mit 92 Punkten den günstigsten Wert auf, gefolgt von Hamburg mit 90 Punkten und Berlin mit 85 Punkten.

Deutlich erschwinglicher sind Eigenheime in vielen ländlichen Regionen. In den Kreisen Steinburg und Rhön-Grabfeld müssen Modellhaushalte jeweils nur rund 19 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Finanzierung einsetzen. Auch Dithmarschen sowie Regionen im Saarland und in Sachsen-Anhalt schneiden vergleichsweise günstig ab.

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land haben sich zuletzt allerdings etwas verringert. In einzelnen Großstädten wie München und Dresden verbesserte eine überdurchschnittliche Lohnentwicklung die Leistbarkeit. Gleichzeitig stagnierten oder verschlechterten sich die Werte in manchen ländlichen Regionen, weil die Nachfrage aus den Städten dort die Preise stützte.

Eigenkapital bleibt die zentrale Hürde

Nach Einschätzung der Studienautoren ist kurzfristig nicht mit einer grundlegenden Entspannung zu rechnen. Niedrigere Kaufpreise werden vielfach durch höhere Finanzierungskosten aufgezehrt. Hinzu kommen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie mögliche Maklerprovisionen, die häufig aus Eigenmitteln bezahlt werden müssen. Als mögliche politische Hebel nennt das IW geringere Erwerbsnebenkosten, eine bessere steuerliche Behandlung selbst genutzten Wohneigentums und staatliche Bürgschaftsmodelle.

Den IW-Interhyp-Erschwinglichkeitsindex finden Sie hier: https://www.iwkoeln.de/studien/pekka-sagner-michael-voigtlaender-interhyp-iw-erschwinglichkeitsindex-2025.html

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