Archiv für Februar 2026

Mietrechtsreform 2026: Deckel für Indexmieten und neue Spielregeln für Vermieter

Mit dem nun vorgelegten Entwurf zur Mietrechtsreform konkretisiert das Bundesjustizministerium zentrale Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag. Ziel ist es, Mieterinnen und Mieter in angespannten Wohnungsmärkten stärker zu schützen und zugleich ausgewählte Verfahren für Vermietung praktikabler zu gestalten.

Ein Kernpunkt ist die Begrenzung von Indexmietsteigerungen. Künftig sollen Anpassungen bei indexgebundenen Mietverträgen auf maximal 3,5 Prozent pro Jahr gedeckelt werden. Damit reagiert der Gesetzgeber auf inflationsbedingte Belastungsspitzen der vergangenen Jahre. Für die Praxis bedeutet dies eine veränderte Kalkulationsgrundlage bei Neuverträgen und Bestandsportfolios. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Attraktivität von Indexmietvereinbarungen sinkt.

Auch bei Kündigungen wegen Zahlungsverzugs sind Anpassungen vorgesehen. Begleicht der Mieter oder die Mieterin die Rückstände innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung der Räumungsklage vollständig, soll nicht nur die fristlose, sondern künftig auch eine hilfsweise ausgesprochene ordentliche Kündigung unwirksam werden. Voraussetzung ist, dass eine solche Schonfristregelung nicht bereits innerhalb der vergangenen zwei Jahre in Anspruch genommen wurde.

Im Bereich der Mietpreisbremse sind ebenfalls Änderungen geplant. Kurzzeitmietverträge sollen auf maximal sechs Monate begrenzt werden, um Umgehungsgestaltungen einzudämmen. Für möblierte Wohnungen wird der Möblierungszuschlag klarer definiert: Maßgeblich sind Anschaffungswert und Abnutzungsgrad der Ausstattung; bei voll ausgestatteten Einheiten gilt ein Zuschlag von bis zu fünf Prozent der Nettokaltmiete als angemessen.

Eine der wenigen entlastenden Regelungen für Vermietung betrifft Modernisierungen. Das vereinfachte Verfahren soll künftig bis zu einer Kostenobergrenze von 20.000 Euro pro Wohnung anwendbar sein. Damit trägt der Entwurf gestiegenen Bau- und Materialkosten Rechnung.

Der weitere Zeitplan ist offen. Vor Inkrafttreten bedarf es der Kabinettsbefassung und des parlamentarischen Verfahrens. Für die Immobilienverwaltung empfiehlt sich eine frühzeitige Prüfung bestehender Vertragsmodelle und Modernisierungsstrategien.

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Mietmarkt unter Druck, Regulierung spaltet, Digitalisierung wird zum Schlüsselfaktor

Auch die Nebenkosten entwickeln sich für viele Haushalte zur zweiten Miete. 57 Prozent der Mieter sparen bereits aktiv Energie und Wasser, bei älteren Mietern liegt der Anteil sogar bei 72 Prozent. Gleichzeitig sehen 70 Prozent der Befragten in der energetischen Sanierung ein Risiko für eine weitere Verschärfung der Marktlage. Wohneigentum ist für 82 Prozent der Mieter faktisch unerreichbar und wird zunehmend als Luxusgut wahrgenommen.

Die Mietpreisbremse bleibt ein zentraler Streitpunkt. Während 74 Prozent der Mieter sie als sinnvolles Instrument zur Dämpfung sozialer Spannungen bewerten, sehen drei Viertel der Entscheider aus der Wohnungswirtschaft darin ein Hindernis für den Neubau. Auch auf Anbieterseite wird die Lage kritisch eingeschätzt: 80 Prozent der Entscheider halten Mieten in Ballungsräumen für kaum noch tragbar, 94 Prozent erwarten zusätzliche Belastungen durch energetische Sanierungen.

Neben der Kostenfrage rücken qualitative Aspekte stärker in den Fokus. Nur 53 Prozent der Mieter sind mit Ausstattung und Zustand ihrer Wohnung zufrieden, lediglich ein Viertel bewertet die digitalen Services der Vermieter positiv. Gleichzeitig gelten schnelles Internet und digitale Kommunikation für fast jeden Zweiten als entscheidende Kriterien bei der Wohnungswahl. Auch das Sicherheitsgefühl ist ausbaufähig: Nur 31 Prozent fühlen sich in ihrer Wohnung sehr sicher.

Als strukturelles Risiko identifiziert das Trendbarometer den Fachkräftemangel. 88 Prozent der Entscheider rechnen mit einer weiteren Verschärfung, insbesondere zulasten von Neubau, Instandhaltung und technischer Gebäudeausstattung. Zwei Drittel sehen in der Digitalisierung von Routineprozessen einen zentralen Lösungsansatz, etwa im Zahlungsverkehr, Mieterservice und in der internen Verwaltung.

Fazit der Studie: Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung entscheiden über die Zukunft des Wohnens. Sowohl Mieter als auch Wohnungswirtschaft fordern gezielten Bürokratieabbau, klare Förderstrukturen und pragmatische Rahmenbedingungen. Ohne vereinfachte Baustandards, schnellere Genehmigungen und stärkere Investitionen in digitale Prozesse wird es kaum gelingen, neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die gesamte Studie können Sie hier abrufen: https://www.aareal-bank.com/fileadmin/02_Kunden/06_Downloads_PDF/2026/AAB_Trendbarometer_260120.pdf 

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