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Trendwende am Wohnungsmarkt: Das Zeitalter immer größerer Wohnungen geht zu Ende

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf hat in Deutschland 2024 einen historischen Höchststand erreicht. Im Jahr 2024 standen rechnerisch rund 49,2 Quadratmeter Wohnfläche je Person zur Verfügung – mehr als doppelt so viel wie Mitte der 1950er-Jahre. Auch die Zahl der Räume pro Person ist kontinuierlich gestiegen und liegt heute bei durchschnittlich 1,7, im selbst genutzten Wohneigentum sogar bei 2,5. Dieser langfristige Aufwärtstrend steht in einem auffälligen Spannungsverhältnis zum zunehmend angespannten Wohnungsmarkt, insbesondere in Großstädten.

Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Über lange Zeit wurden immer größere Wohnungen gebaut, während gleichzeitig die Haushalte kleiner wurden. Die durchschnittliche Haushaltsgröße sank von 2,9 Personen im Jahr 1961 auf rund zwei Personen im Jahr 2021, der Anteil der Einpersonenhaushalte stieg bundesweit auf 41 Prozent, in Metropolen sogar auf rund 50 Prozent. Der Wohnungsbestand reagiert jedoch nur langsam auf diesen demografischen Wandel, da der überwiegende Teil der Wohnungen vor dem Jahr 2000 errichtet wurde.

Seit Mitte der 2000er-Jahre zeichnet sich jedoch eine klare Trendwende ab. Die durchschnittliche Größe neu gebauter Wohnungen nimmt wieder ab. In Deutschland begann dieser Rückgang etwa ab 2005. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, dürfte die durchschnittliche Wohnungsgröße von rund 94 Quadratmetern im Jahr 2024 bis 2050 auf etwa 88,5 Quadratmeter sinken. Ähnliche Entwicklungen sind auch in anderen europäischen Ländern, in Japan und in den USA zu beobachten.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem drei Faktoren. Erstens erfordern kleinere Haushalte weniger Wohnfläche. Zweitens haben die stark gestiegenen Kaufpreise und Mieten seit 2010 größere Wohnungen für viele Haushalte unerschwinglich gemacht. Drittens setzen Kommunen und Investoren zunehmend auf dichtere Bauformen. Der Neubau verlagert sich verstärkt auf Mehrfamilienhäuser, deren Anteil an allen neu errichteten Wohnungen zwischen 2001 und 2022 von 34 auf 58 Prozent gestiegen ist. Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind im Durchschnitt kleiner als Einfamilienhäuser, zudem enthalten moderne Gebäude heute mehr Wohneinheiten pro Haus.

Während Einfamilienhäuser in den letzten Jahren tendenziell größer geworden sind, schrumpfen die einzelnen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern weiter. Dieser Effekt verstärkt sich durch steigende Bodenpreise, die eine dichtere Bebauung wirtschaftlich attraktiver machen. Gleichzeitig erzielen kleinere Wohnungen höhere Quadratmeterpreise, was sie aus Investorensicht besonders interessant macht.

Die Entwicklung markiert einen strukturellen Wandel des Wohnungsmarkts. Die Phase stetig wachsender Wohnflächen ist beendet. Künftig wird Wohnraum effizienter genutzt werden müssen – nicht zuletzt, um den wachsenden Bedarf in den Städten zu decken. Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Trotz kleinerer Neubauwohnungen passt das Angebot vielerorts noch immer nicht zur tatsächlichen Haushaltsstruktur.

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21,4 Milliarden Euro aus Emissionshandel

Nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle erzielten der europäische und der nationale Emissionshandel im Jahr 2025 Einnahmen von mehr als 21,4 Milliarden Euro. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 18,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2024 deutlich übertroffen. Die Erlöse fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds, aus dem unter anderem energetische Gebäudesanierungen, der industrielle Umbau zur Klimaneutralität, Wasserstoffprojekte und der Ausbau der Ladeinfrastruktur finanziert werden. Insgesamt haben die Einnahmen aus dem Emissionshandel seit dessen Einführung im Jahr 2008 inzwischen die Marke von 100 Milliarden Euro überschritten.

Getragen wurde der Rekord vor allem vom nationalen Emissionshandel für Wärme und Verkehr. Hier beliefen sich die Einnahmen 2025 auf rund 16 Milliarden Euro, etwa drei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Ursache war der Anstieg des CO₂-Preises von 45 auf 55 Euro je Tonne. Im europäischen Emissionshandel lagen die Auktionserlöse bei rund 5,4 Milliarden Euro und damit etwa auf Vorjahresniveau. Die europäischen Zertifikate kosteten 2025 durchschnittlich 73,86 Euro pro Tonne CO₂.

Mit dem Jahreswechsel 2026 ist der nationale CO₂-Preis erneut gestiegen und bewegt sich nun in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Die Mehrkosten werden über Energie- und Kraftstoffpreise an die Verbraucher weitergegeben und machen sich insbesondere beim Tanken und Heizen bemerkbar. Erstmals sollen die nationalen Zertifikate innerhalb dieses Preiskorridors ab Mitte 2026 auch versteigert werden. Die Auktionen an der Energiebörse EEX sind für Juli angekündigt.

Langfristig steht zudem eine strukturelle Änderung an: Ab 2028 soll der nationale Emissionshandel weitgehend in einen europäischen Emissionshandel für Brennstoffe überführt werden. Die Einführung wurde gegenüber den ursprünglichen Plänen um ein Jahr verschoben, um extreme Preissprünge für Verbraucher zu vermeiden.

Trotz der steigenden Preise und Einnahmen bleibt die klimapolitische Wirkung umstritten. Laut aktuellen Studien gingen die CO₂-Emissionen im vergangenen Jahr lediglich um 1,5 Prozent zurück. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck, die Einnahmen wirksamer einzusetzen – auch um mögliche Klimastrafen auf europäischer Ebene zu vermeiden.

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