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WEG sehen Sanierungsbedarf, zögern aber bei Umsetzung und Finanzierung

Vor diesem Hintergrund hat das dena-Projekt „Energetische Modernisierung in Wohnungseigentümergemeinschaften“ im September 2025 eine repräsentative YouGov-Befragung unter 511 Eigentümerinnen und Eigentümern in WEG durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Bild zwischen grundsätzlicher Bereitschaft, großen Unsicherheiten und erheblichem Informationsbedarf. 

Die Ausgangslage ist heterogen. Rund 51 Prozent der Wohnungen in WEG werden vermietet, knapp die Hälfte selbst genutzt. Regional variiert die Bedeutung von WEG stark: Während in Brandenburg nur gut sieben Prozent aller Wohnungen Teil einer WEG sind, liegt der Anteil in Baden-Württemberg bei mehr als 35 Prozent. Strukturell handelt es sich überwiegend um kleinere Gemeinschaften. 60 Prozent der WEG umfassen bis zu zwölf Wohnungen, weitere 30 Prozent bis zu 50 Einheiten. Die große Mehrheit, 77 Prozent, wird professionell verwaltet.

Energetisch sind die befragten WEG weiterhin stark von fossilen Heizsystemen geprägt. Am häufigsten kommen Gaszentralheizungen zum Einsatz, gefolgt von Fernwärme sowie Gasetagen- und Ölheizungen. Wärmepumpen und andere erneuerbare Systeme spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Damit ähneln WEG insgesamt dem bundesweiten Wohnungsbestand.

In der Bewertung energetischer Sanierungen zeigt sich ein Spannungsfeld. Zwar stimmen 52 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass Klimaschutz wichtig sei und bauliche Veränderungen notwendig seien. Gleichzeitig überwiegen Sorgen und Zurückhaltung. 65 Prozent wollen zunächst abwarten, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, und 55 Prozent befürchten eine finanzielle Überforderung durch Sanierungskosten. Die Förderlandschaft wird überwiegend als unübersichtlich wahrgenommen, nur eine sehr kleine Minderheit hält die bestehenden Förderungen eindeutig für ausreichend.

Auch der Umsetzungsstand bleibt begrenzt. Maßnahmen an der Gebäudehülle, insbesondere Fenstertausch und Dachdämmung, wurden häufiger realisiert oder zumindest diskutiert als der Heizungstausch. In vielen WEG waren energetische Maßnahmen bislang jedoch kein Thema oder scheiterten trotz Diskussion an fehlenden Beschlüssen. Initiativen gehen dabei nicht ausschließlich von den Verwaltungen aus. Neben der WEG-Verwaltung nennen rund ein Drittel der Befragten auch einzelne Eigentümerinnen und Eigentümer als Impulsgeber.

Besonders deutlich wird der Informationsbedarf: Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich nur teilweise, wenig oder überhaupt nicht über energetische Sanierungen informiert. Damit bestätigt die Studie, dass fehlende Orientierung und Unsicherheit zentrale Hemmnisse für Entscheidungen in WEG darstellen.

An diesem Punkt setzt ein neues Angebot der Deutschen Energie-Agentur an. Mit dem WEG-Praxisguide stellt das Gebäudeforum klimaneutral praxisnahe Arbeitshilfen, Checklisten, Präsentationen und Vorlagen für Verwaltungen, Energieberatende und Eigentümer bereit. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse zu strukturieren, Wissen zu bündeln und energetische Sanierungen in WEG besser umsetzbar zu machen.

Mehr dazu lesen Sie hier: https://www.gebaeudeforum.de/wissen/zahlen-daten/gebaeudereport-2026/energetische-sanierung-in-wegs/ 

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VDIV zur Weiterbildungspflicht: Bürokratierückbau ja, Qualitätsabbau nein

Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV Deutschland) und ein breites Bündnis aus Verbraucherorganisationen begrüßen ausdrücklich das Ziel, unnötige Bürokratie abzubauen. Wie mehrere Verbändeschreiben an die Bundesregierung zuletzt aufgezeigt haben, besteht ein breiter Konsens: Bürokratieabbau darf nicht zur Abschaffung fachlich notwendiger Mindeststandards führen! Besonders kritisch sehen die Verbände die geplante Abschaffung der gesetzlichen Weiterbildungspflicht für Immobilienverwalter nach § 34c GewO.

Die Abschaffung der Weiterbildungspflicht für Immobilienverwalter, die treuhänderisch Billionenwerte betreuen, ist wie der Glaube, eine ernsthafte Erkrankung lasse sich durch das Googeln von Symptomen behandeln, statt regelmäßig zum Arzt zu gehen“, erklärt Martin Kaßler, Geschäftsführer des VDIV Deutschland. „Kurzfristig spart man Zeit und Aufwand, langfristig steigt das Risiko von Fehlentscheidungen mit gravierenden Folgen.

Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern dient der Risikominimierung, dem Verbraucherschutz und der Rechtssicherheit. Sie wurde erst 2018 eingeführt und umfasst 20 Stunden innerhalb von drei Jahren. Der Verweis auf freiwillige Fortbildung oder auf die einmalige freiwillige Zertifizierung nach § 26a WEG greift zu kurz und ersetzt keine laufende Qualifikation. Aktuelle Umfragen innerhalb der Branche und bei Wohnungseigentümergemeinschaften bestätigen, dass weder ein Entlastungseffekt erwartet noch freiwillige Weiterbildung als verlässlicher Standard angesehen wird. Der VDIV Deutschland appelliert daher an den Sachverstand der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die geplante Abschaffung zu korrigieren. Eine ersatzlose Streichung birgt erhebliche Risiken für Eigentümerinnen und Eigentümer und ihre Altersvorsorge. Bürokratierückbau darf nicht zulasten von Qualität, Rechtssicherheit und Verbraucherschutz gehen.

Weiterführende Informationen, Stellungnahmen und Umfrageergebnisse sind in einem Informationspaket zusammengefasst, das Sie unter diesem Link abrufen können.

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