Mietmarkt unter Druck, Regulierung spaltet, Digitalisierung wird zum Schlüsselfaktor

Auch die Nebenkosten entwickeln sich für viele Haushalte zur zweiten Miete. 57 Prozent der Mieter sparen bereits aktiv Energie und Wasser, bei älteren Mietern liegt der Anteil sogar bei 72 Prozent. Gleichzeitig sehen 70 Prozent der Befragten in der energetischen Sanierung ein Risiko für eine weitere Verschärfung der Marktlage. Wohneigentum ist für 82 Prozent der Mieter faktisch unerreichbar und wird zunehmend als Luxusgut wahrgenommen.

Die Mietpreisbremse bleibt ein zentraler Streitpunkt. Während 74 Prozent der Mieter sie als sinnvolles Instrument zur Dämpfung sozialer Spannungen bewerten, sehen drei Viertel der Entscheider aus der Wohnungswirtschaft darin ein Hindernis für den Neubau. Auch auf Anbieterseite wird die Lage kritisch eingeschätzt: 80 Prozent der Entscheider halten Mieten in Ballungsräumen für kaum noch tragbar, 94 Prozent erwarten zusätzliche Belastungen durch energetische Sanierungen.

Neben der Kostenfrage rücken qualitative Aspekte stärker in den Fokus. Nur 53 Prozent der Mieter sind mit Ausstattung und Zustand ihrer Wohnung zufrieden, lediglich ein Viertel bewertet die digitalen Services der Vermieter positiv. Gleichzeitig gelten schnelles Internet und digitale Kommunikation für fast jeden Zweiten als entscheidende Kriterien bei der Wohnungswahl. Auch das Sicherheitsgefühl ist ausbaufähig: Nur 31 Prozent fühlen sich in ihrer Wohnung sehr sicher.

Als strukturelles Risiko identifiziert das Trendbarometer den Fachkräftemangel. 88 Prozent der Entscheider rechnen mit einer weiteren Verschärfung, insbesondere zulasten von Neubau, Instandhaltung und technischer Gebäudeausstattung. Zwei Drittel sehen in der Digitalisierung von Routineprozessen einen zentralen Lösungsansatz, etwa im Zahlungsverkehr, Mieterservice und in der internen Verwaltung.

Fazit der Studie: Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung entscheiden über die Zukunft des Wohnens. Sowohl Mieter als auch Wohnungswirtschaft fordern gezielten Bürokratieabbau, klare Förderstrukturen und pragmatische Rahmenbedingungen. Ohne vereinfachte Baustandards, schnellere Genehmigungen und stärkere Investitionen in digitale Prozesse wird es kaum gelingen, neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die gesamte Studie können Sie hier abrufen: https://www.aareal-bank.com/fileadmin/02_Kunden/06_Downloads_PDF/2026/AAB_Trendbarometer_260120.pdf 

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